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Alarmsignal Rot: Wege aus dem Schmerz

09. März 2021

Wir kennen ihn alle: den Schmerz, der uns durchzuckt, wenn wir etwas zu Heißes angefasst, uns geschnitten oder das Knie gestoßen haben. Das Gefühl ist unangenehm – aber auch nützlich! Denn der Schmerz ist ein Alarmsignal unseres Körpers und lässt uns spüren, dass etwas nicht stimmt.

Haben wir Schmerzen, gelangen die Informationen als elektrische Signale über feinste Fühler von der Haut und den betroffenen Organen ins Rückenmark. Von dort werden sie weiter ins Gehirn geleitet, das die Empfindung verarbeitet. Schon vorher initiiert das Rückenmark bei akutem Schmerz Reflexe – etwa die heiße Teetasse wieder loszulassen.

Jeder erlebt Schmerz anders

Schmerz wird je nach Situation unterschiedlich wahrgenommen. Vorerfahrungen sowie die aktuelle Stimmung beeinflussen das Schmerzempfinden ebenso wie Stress, Ängste oder Niedergeschlagenheit. Eine gute Grundstimmung, eine positive Einstellung oder Ablenkung hingegen können dazu beitragen, Schmerzen zu mildern. Das zeigt, dass auch die Psyche einen immensen Einfluss auf unsere Schmerzwahrnehmung hat.

Wenn Schmerz seine Alarmfunktion verliert

Bis zu zwanzig Prozent der deutschen Bevölkerung leiden Experten zufolge jedoch an chronischen Schmerzen, meist an Rücken-, Kopf- oder Schulter-/Nackenschmerzen.1 Eine wichtige Rolle spielt dabei das individuelle Schmerzgedächtnis: Bei anhaltenden Schmerzreizen werden Zellen und Nervenfasern chemisch umprogrammiert, bis der Körper auch dann noch Alarm meldet, wenn kein Schmerzreiz mehr vorhanden ist.

Umfassende Therapien helfen

Um dem Schmerzgedächtnis vorzubeugen, ist es wichtig, frühzeitig zu reagieren. Ein Schmerztagebuch hilft herauszufinden, welche Ereignisse Schmerzen auslösen und welche Maßnahmen schmerzlindernd wirken. Ein passendes Schmerzmedikament kann Linderung verschaffen. Tritt der Schmerz bereits regelmäßig auf, braucht es allerdings eine Schmerztherapie, die alle Bereiche wie Psycho-, Ergo- und Physiotherapie, Sport, Entspannung und komplementäre Verfahren umfasst, um mit den Schmerzen im Alltag zurechtzukommen.


Weitere Tipps finden Sie unter:
Deutsche Schmerzliga – Organisation für Patienten mit chronischen Schmerzen
Deutsche Schmerzhilfe – Vereinigung von Betroffenen, Angehörigen, Ärzten und Apothekern

Stiftung Gesundheitswesen - Schmerztagebuch 

Quelle: Deutsche Schmerzliga