Auto des Monats November

14. November 2021

Liebe Kunden,

in der 1930er Jahren bekam der Konstrukteur bei Citroen vom Direktor den Auftrag, „ein Auto zu entwerfen, was Platz für zwei Bauern in Stiefeln und 1 Zentner Kartoffeln oder ein Fässchen Wein bietet, mindestens 60 km/h schnell ist und dabei nur drei Liter verbraucht. Es soll schlechteste Wegstrecken bewältigen …. und so gefedert sein, dass ein Korb voll mit Eiern eine Fahrt über holprige Wege unbeschadet übersteht.“ Dieser Auftrag führte dazu, dass 1939 Prototypen entstanden, die von der Form her der „Ente“ schon sehr ähnelten. Durch den 2. Weltkrieg verzögert sich das Erscheinen des neuen Modells bis 1948, wo es der Öffentlichkeit vorgestellt wird.

Kaum jemand kennt nicht den Citroen 2 CV, hier in der Charleston-Ausführung, kurze Zeit in gelb-schwarz wie hier gezeigt erhältlich, meist in rot-schwarz oder grau-schwarz. Anfangs hatte die Ente etwa 400 ccm mit einer Leistung von 9 PS, dann 12 PS. Der 2 CV 6 hatte dann fast 50 % mehr Hubraum, das waren dann 0,6 Liter, die Leistung stieg auf bis 29 PS. Damit schaffte die Ente eine Höchstgeschwindigkeit von 115 km/h.

Zu meiner Zeit als Führerschein-Neuling hatten mehrere Bekannte von mir eine (meist ältere) Ente, so dass ich auch hinters Steuer durfte. Besonders war die sogenannte Revolverschaltung (hatte auch der R4), wo der Schalthebel waagerecht aus dem (hier nicht vorhandenem) Armaturenbrett ragt. Und beim Fahren konnte man immer mal zwischen geschlossener Tür und Karosserie auf die Straße gucken, alles war in Bewegung. Auch die Seitenneigung der Ente bei schneller durchfahrenen Kurven war nichts für schwache Nerven, obwohl sie so leicht nicht umkippte.

Mittlerweile ist die Ente ein anerkanntes Liebhaberstück, sie ist ein Paradebeispiel für Entschleunigung. Und den Passanten zaubert sie ein Lächeln ins Gesicht, die Ente ist einfach sympathisch.

Herzlichst, 

Dr. Florian Penner